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weihnachtliches Bloggen
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09.12.2008, 00:14
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.12.2008 12:37 von kuddlaapplastoi.)
Beitrag: #1
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weihnachtliches Bloggen
Weihnachtliches Bloggen
Zum Einstieg meine Kindheitserinnerung an Schmiddebloggen am Heiligabend zum Besten. “Bloggen” im heutigen Sprachverständnis gab es damals natürlich noch nicht. Mein “Bloggen” bedeutete, die väterliche Schmiede ganztägig am Heiligabend auf Hochglanz zu polieren. Heutzutage wäre dieses Bloggen als “Kinderarbeit” international geächtet, ganz zu schweigen von der strafrechtlichen Verfolgung der überschrittenen Grenzwerte der Feinstaubverordnung oder der Verstöße gegen die Betriebsstättenverordnung. Denn da an diesem Tag nicht gearbeitet wurde, lohnte es nicht, Feuer in der Esse zu machen ( comment: wenn es dir kalt ist, musst du halt schneller schaffe, dann wirds dir schnell warm) und die Bude war mehr als arschkalt. Alle Schubladen wurden geleert, ausgekehrt und und der Inhalt in Form von Hämmern, Flach-,Rohr- und Beißzangen, Schraubenschlüssel, Schraubenziehern, Imbusschlüsseln und allerlei sonstiges Gerät neu sortiert, sämtliche Eisenteile wurden nach Länge und Form (Flach-,U-, Winkel-, Rundeisen,Rohre) sortiert und neu platziert, jeder Winkel wurde gekehrt, die Fensterscheiben geputzt und mit carambabesprühter Putzwolle waren sämtliche Edelstahlmaschinenteile der Drehbank,der Dengelmaschine der Schleifmaschine auf Hochglanz zu polieren nachdem die Eisenspäne, die eine hohe Verletzungsgefahr bargen, entfernt worden waren. Ja sogar die Hufeisenvorräte wurden grössenmässig sortiert und der aufgewirbelte Feinstaub kroch so tief in nahezu sämtliche Körperöffnungen, dass am dritten (!) Feiertag immer noch rabenschwarz geschneuzt wurde. Dann wurde heiss gebadet und zum Essen gab es immer Sauerkraut und Saitenwürstchen. Der Christbaum, der auf dem Schreibtisch in der Stub´ seinen Platz hatte deshalb recht kurz sein sein musste, wurde immer am Samstag zuvor vom Vater höchstpersönlich im Wald geschlagen, nachdem er diesen ein Jahr lang auf den Sonntagmorgensmeditationspaziergängen ausgespäht hatte. Schönheit und Formvollendung, insbesondere der Spitze, waren dabei wichtigere Kriterien als die Eigentumsverhältnisse, die absolut gar keine Rolle spielten. Und wehe, wenn irgendjemand gesagt hätte, der Baum sei nicht der Schönste. |
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09.12.2008, 07:35
Beitrag: #2
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RE: weihnachtliches Bloggen
Wow.... eine wirklich andere Definition des Wortes "Bloggen"....
![]() Was heute gemütlich vor dem PC passiert war bei dir damals eine Schinderei sondergleichen. Musste das denn wirklich unbedingt am Heiligabend passieren ? Oder war dies durch Tradition irgendwie festgelegt ? Oder war es gar der einzig freie Tag ? Grüße Jörg Wer bin ich - und wenn ja wie viele ???
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09.12.2008, 12:40
Beitrag: #3
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RE: weihnachtliches Bloggen
Als freien Tag kann man es wirklich nicht bezeichnen aber das Bloggen am Heiligabend war Tradition. Frei waren die drei Feiertage danach.
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09.12.2008, 13:29
Beitrag: #4
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RE: weihnachtliches Bloggen
Sehr schöne Geschichte! So bekommen wir jüngeren Leute auch mal ein Gefühl wie das damals so war in Laichingen
![]() Man beachte: (09.12.2008 12:40)kuddlaapplastoi schrieb: Frei waren die drei Feiertage danach. Diese gibt (gab) es nur in Laichingen ;-) Und wiso war das so? Ich glaube mal gelesen zu haben das es was mit dem neuen Lehrjahr zu tun hat, kann aber sein das ich damit völlig daneben liege. In meinem Sprachgebrauch gibt es das Wort "Bloggen" übrigends noch. Meine Schwiegermutter in Spe bezeichnet das reinigen/bonern eines Parkettbodens als "bloggen"... "No miass mer den Parkett mol wieder blogga, no sieht der aus wia nui " derhoim isch derhoim
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09.12.2008, 14:47
Beitrag: #5
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RE: weihnachtliches Bloggen
Ja, das Wort kommt von dem Bloggen eines Holzboden , Parkett wird eigentlich nicht gebloggt und auch nicht gebohnert, das ist zuviel des Guten, das macht man nur bei unversiegeltem Holz. Vor dem Bloggen kommt das Wachsen (Bohnerwachs) und wer mir jetzt ALLE Arbeitsschritte der samstäglichen Grundreinigung einer (unversiegelten) Holztreppe der Reihe nach aufzählen kann, dem lob` ich ich doch gleich noch ne Geschichte aus...
Den dritten Feiertag braucht man zum Besuch der umfangreichen Verwandtschaft. |
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09.12.2008, 21:24
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.12.2008 22:35 von Marcus.)
Beitrag: #6
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RE: weihnachtliches Bloggen
Ich versuchs Mal:
-kehren -feucht wischen -trocknen lassen -wachsen -bloggen Ja, stimmt der großen Verwandtschaft wegen... das kann auch sein! derhoim isch derhoim
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09.12.2008, 22:25
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.12.2008 16:44 von kuddlaapplastoi.)
Beitrag: #7
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RE: weihnachtliches Bloggen
netter Versuch
also ich löse auf: 1. kehren 2.spanen ( mit einem feinen Metallspanbündel den Dreck aus den rausschaffen) das ersetzt auch das Nassewischen) 3. wieder kehren 4. wenn notwendig nass wischen wenn ja, warten, bis es trocken ist, dann 5.wachsen 6.bloggen (mit dem schweren Metallbürstenblogger) 7.mit weichem Tuch polieren da fällt mir ein, dass ich noch eine Kehrwochengeschichte habe |
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