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1844 "Abscheuliche Verbrechen" eines Stundenhalters
29.10.2008, 00:04
Beitrag: #1
1844 "Abscheuliche Verbrechen" eines Stundenhalters
Hallo Alle,

hab mal wieder einen interessanten Fund aus der historischen Vergangenheit von Laichingen gefunden.

Im Jahre 1844 stand in der sog. "Zeitschrift für die gesamte Lutherische Theologie und Kirche" ein kleiner Artikel über Laichingen. Es wird darüber berichtet das ein "Stundenhalter" ein abscheuliches Verbrechen begangen hat.

Zitat:Unter den Pietisten ist ein abscheuliches Aergerniss an den Tag gekommen. Der Stundenhalter einer Gesellschaft von solchen in Laichingen bei Münsingen auf der Alp nahm eine schwärmerisch- -antinomistische Richtung; er wendete, wie viele antinomistische Secten in aller Zeit den Grundsatz : dem Keinen ist Alles rein, und der Gläubigen Manches, was den Kindern der Welt verboten ist, erlaubt, falsch an und schändete nach und nach 40 — 50 Jungfrauen und Frauen in Gegenwart Mehrerer, unter der Behauptung, dass der Geist dieses verlange.

Die Untersuchung ward, wahrscheinlich des Aergernisses halber, niedergeschlagen und das Consistoriuni beauftragte den Decan, die Sache von der Kanzel in einer besondern Busspredigt zu beleuchten. Dieser ging sehr besonnen zu Werke, indem er nicht, wie Viele erwarteten, die religiöse Erweckung und die Privaterbauungsgesellschaften, die in Würtemberg bekanntlich gesetzlich bestehen (ein -Beispiel, das in ändern Ländern der Nachahmung werth wäre), schlechthin verdammte, sondern nur mit heiligem Ernste, der grossen Eindruck machte, die Auswüchse und Gefahren des sogenannten Pietismus angriff.
(Evangel. Kirchenblatt.)
Quelle: Google Books - "Zeitschrift für die gesammte Lutherische Theologie und Kirche"

Die Original gescannte Seite des Buches kann man hier betrachten --> Google Books "Zeitschrift für die gesammte Lutherische Theologie und Kirche"

In dem Text kommen einige Begriffe vor die man heute nicht mehr kennt oder eben nicht gerade Umgangssprache sind. Deshalb hier eine kleine Erklärung der Begriffe.

Stundenhalter: Ein Stundenhalterzogen damals wohl von Ort zu Ort und verkündeten dort ihre "biblische" Botschaft. Heute wohl ähnlich einem Wanderprediger ?!

Pietismus: Eine genaue Erklärung gibt es hier --> Wikipedia "Pietismus"

Consistorium:
Eine geistliche Gerichtsversammlung hieß Consistorium.

Antinomismus: Eine genaue Erklärung gibt es hier --> Wikipedia "Antinomismus"

Im Jahre 1844 herrschte also schon Sodom und Gomorra in Laichingen Sad Trotzdem interessant das auch dieser "Kriminalfall" auch 164 Jahre danach noch nicht in Vergessenheit gerät !

Grüße Jörg

Wer bin ich - und wenn ja wie viele ???
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29.10.2008, 16:10
Beitrag: #2
RE: 1844 "Abscheuliche Verbrechen" eines Stundenhalters
Servus,
die Story hat der Heinz Surek auch erzählt bei der Stadtführung!Cool
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30.10.2008, 00:54
Beitrag: #3
RE: 1844 "Abscheuliche Verbrechen" eines Stundenhalters
Hi,

ja Herr Surek ist ja sowieso die unangefochtene Koryphäe wenn es um die Geschichte von Laichingen geht. Der könnt wohl noch manche interessante Geschichte erzählen.

Grüße Jörgi

Wer bin ich - und wenn ja wie viele ???
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